Queraufstieg Berlin

Aufenthaltsrechtlicher Kontext internationaler Studierender

Aufenthalt in Deutschland

Personen, die aus einem Drittstaat für ein Studium nach Deutschland kommen möchten, können seit der Verabschiedung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes einen Aufenthaltstitel zur Studienplatzsuche (nach § 17 Aufenthaltsgesetz) bekommen. Unter welchen Bedingungen Sie nach Deutschland kommen können um einen geeigneten Studienplatz zu suchen, ist in den Anwendungshinweisen zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz  erklärt.

Ausländische Studierende aus einem Drittstaat bekommen dann in der Regel einen befristeten Aufenthaltstitel zum Zweck des Studiums, der es erlaubt, für die Zeit des Studiums in Deutschland zu sein (nach § 16 Aufenthaltsgesetz). Dabei ist die Zeit, die man für sein Studium brauchen darf, begrenzt. Während des Studiums können internationale Studierende mit diesem Aufenthaltstitel derzeit in der Regel 120 ganze oder 240 halbe Tage arbeiten oder im Rahmen von Praktika in Betriebe schnuppern. Da dies vom Aufenthaltstitel abhängt, sollten Interessierte sich beraten lassen, wenn sie ihren Aufenthaltstitel und die damit verbundenen Vorgaben nicht genau kennen.

Es gibt Beratungsstellen, die sich auf internationale Studierende oder auf aufenthaltsrechtliche Beratung spezialisiert haben.

Weitere Informationen zu rechtlichen Voraussetzungen des Aufenthalts in Deutschland für Personen, die nicht aus der EU oder dem EWR kommen, hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in der Broschüre "Bildung und Beruf in Deutschland" zusammengestellt. 

 

Beendigung des Studiums

Wenn eine befristete Aufenthaltserlaubnis an das Studium gebunden ist, ist diese nicht mehr gültig, wenn man das Studium ohne Abschluss beendet hat. Man muss dann einen Aufenthaltstitel zu einem anderen Aufenthaltszweck beantragen oder ausreisen. Sollten Sie darüber nachdenken, Ihr Studium abzubrechen, lassen Sie sich rechtzeitig dazu beraten! Sie können sich zum Beispiel an Beratungsstellen für aufenthaltsrechtliche Fragen wenden. 

 

Hat man sein Studium in Deutschland erfolgreich abgeschlossen, besteht in der Regel die Möglichkeit mit einer neuen Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitssuche noch einige Zeit in Deutschland zu bleiben, um einen Arbeitsplatz zu finden. Hierzu können Ihnen die Beratungen der Hochschulen für internationale Studierende und die aufenthaltsrechtlichen Beratungen nähere Auskunft geben. 

 

Das Studienfach wechseln oder eine Ausbildung beginnen

Studium

Falls Sie nicht sicher sind, ob das von Ihnen gewählte Studium das richtige ist, können Sie sich über Alternativen informieren. Es gibt in Deutschland verschiedene Formen des Studiums. Viele Studienfächer an Universitäten beinhalten vor allem theoretisches Lernen. Es gibt aber auch duale Studiengänge, die anwendungsorientiert sind und häufig berufliche Praxisphasen beinhalten. 

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Hochschulbildung. 

Beratung zu Studiengängen bieten auch die allgemeinen Studienberatungen der Hochschulen an.

Da ein Wechsel des Studienfaches unter Umständen Auswirkungen auf den Aufenthaltstitel haben kann, sollten Sie sich auch dazu beraten lassen. Hier können Ihnen aufenthaltsrechtliche Beratungsangebote weiterhelfen. 

 

Ausbildung

In Deutschland kann man statt eines Studiums auch eine Ausbildung machen um einen Beruf zu lernen. Dabei lernt man den Beruf theoretisch und meist auch schon praktisch kennen. Es wird unterschieden zwischen schulischen und dualen betrieblichen Ausbildungen. Bei einer dualen betrieblichen Ausbildung lernt man den Beruf direkt in einem Betrieb. Darum kann man eine duale betriebliche Ausbildung nur machen, wenn man auch arbeiten darf. Während man noch eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck eines Studiums hat, ist es momentan nur in wenigen Fällen möglich, eine Berufsausbildung anzufangen und dafür eine neue Aufenthaltserlaubnis zu bekommen. Es kann nötig sein, erst auszureisen und aus dem Ausland ein neues Visum beantragen. Durch die neuen Regelungen des Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist es möglich, einen Aufenthaltstitel zur Suche eines Ausbildungsplatz zu bekommen (nach §17 Aufenthaltsgesetz). In den Anwendungshinweisen zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz werden die Voraussetzungen für einen Aufenthaltstitel zur Suche eines Ausbildungsplatz erklärt. Fragen und Antworten rund um neue rechtlichen Regelungen durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz hat das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gesammelt.

Vor Abbruch eines Studiums sollte man sich zu seinen Möglichkeiten beraten lassen. Hierfür ist es empfehlenswert, zunächst Beratungen zu aufenthaltsrechtlichen Fragestellungen aufzusuchen. Bildungsberatungsstellen können Ihnen bei der Orientierung helfen, welche Ausbildung für Sie in Frage kommt. 

Mehr Informationen zu den verschiedenen Ausbildungsformen können Sie unter Bildungswege finden.

Beim Willkommenszentrum Berlin gibt es online hilfreiche Hinweise zum Zugang zu Ausbildungen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bietet außerdem Informationen über das deutsche Ausbildungssystem auf Englisch an. 

 

Lassen Sie sich beraten!

Aufenthaltsrechtliche Fragen sind komplex und es kommt häufig auf Details an. Die hier dargestellten Informationen dienen nur einem informativen Überblick und stellen keine rechtlich verbindliche Auskunft dar. Wir empfehlen Ihnen, sich bei Fragen zu Ihrem rechtlichen Status in jedem Fall von einer qualifizierten Stelle beraten zu lassen. Auf den Seiten zum Beratungsangebot für internationale Studierende und Geflüchtete finden Sie weitere Informationen.