Queraufstieg Berlin

Betriebliche Ausbildungen


Man spricht von betrieblicher oder dualer Berufsausbildung, weil sie in zwei Lernorte mit getrennten Zuständigkeiten aufgeteilt ist. Der erste Lernort ist der Betrieb. Dort findet der praktische Teil der Ausbildung statt. Sie stehen während der Ausbildungszeit in einem Angestelltenverhältnis mit dem Betrieb und genießen einen weitreichenden Kündigungsschutz. Der zweite Lernort ist die Berufsschule, in der Ihnen die fachbezogene Theorie des Berufes vermittelt wird. 

Die betriebliche Ausbildung dauert in der Regel zwischen 2 – 3,5 Jahren und zeichnet sich durch einen hohen Praxisanteil von ca. 2/3 der Ausbildungszeit aus. Das heißt, die meiste Zeit verbringen Sie in ihrem Ausbildungsbetrieb. Zu Beginn der Ausbildung erlernen Sie dort die praktischen Grundlagen des Berufes. Später die fachlichen Spezialisierungen, sodass Sie auch selbstständig Projekte und Aufträge übernehmen können. An ein bis zwei Tagen, in einigen Berufen auch in Blockform, besuchen Sie die Berufsschule. Dort lernen Sie in zwei Dritteln der Schulzeit berufsbezogene Fächer während ein Drittel der Zeit für allgemeinbildende Fächer reserviert ist.

Die Ausbildung endet mit der Abschlussprüfung am Ende der Ausbildungszeit. In manchen Ausbildungsberufen ist diese gestreckt, das heißt, dass ein Teil der Prüfung schon nach der Hälfte der Ausbildungszeit abgelegt wird. Diese Prüfung(en) sind bundeseinheitlich geregelt. Sie beinhaltet einen praktischen und einen theoretischen (bei Bedarf auch mündlichen) Teil und wird von den Kammern (IHK/HWK) organisiert. Bei guten Leistungen werden Sie von Ihrem Ausbildungsbetrieb häufig in ein festes Angestelltenverhältnis übernommen. Nach Abschluss der Ausbildung steht Ihnen der Weg über Fort- und Weiterbildung offen hin zu einem Meister-Titel oder an die Universität.

Dual ist diese Form der Ausbildung auch deshalb, weil der betriebliche Teil der Ausbildung inhaltlich von der Wirtschaft organisiert ist, wohingegen der schulische Teil der Ausbildung staatlich und in den Landesschulgesetzen geregelt ist. Auf betrieblicher Seite besitzen die Selbstverwaltungen der Wirtschaft, namentlich die Industrie- und Handelskammern (IHK) und die Handwerkskammern (HWK), die Zuständigkeit.

Sie organisieren die Prüfungen und beraten zusammen mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) über Modernisierungen und neue Ausbildungsinhalte. Jeder duale Ausbildungsberuf ist der HWK oder der IHK zugeordnet. Diese Zuordnung der Berufe ist historisch gewachsen. Daher ist es schwer, die Berufe anhand der Tätigkeiten einer der beiden Kammern zuzuordnen. Als Faustregel lässt sich jedoch sagen, dass handwerkliche Berufe sowie Berufe, die keine Massenproduktion beinhalten, eher den Handwerkskammern zugeordnet sind und Berufe in der Industrie(-produktion) sowie Büroberufe eher den Industrie- und Handelskammern.


Weitere Informationen zum Ablauf einer dualen Ausbildung finden Sie auf der Seite der Informationskampagne "Du + Deine Ausbildung = Praktisch unschlagbar!" des BMBF:

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