Queraufstieg Berlin

Was waren Ihre Gründe und Ihre Empfindungen beim Studienausstieg?

Unsere Gesprächspartnerinnen (Auszubildende in dem jeweiligen Beruf) berichten, was ihre Empfindungen und Gefühle beim Studienausstieg waren und inwieweit der Studienausstieg bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz eine Rolle spielte.

Herr M. (Tischler):
Ich wollte im Moment, also im Hier und Jetzt in der Tätigkeit sein

Herr L. (Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik):
Das Studium war mir zu theoretisch. Man redet nicht gerne über den Studienabbruch, man ist ja doch irgendwie gescheitert. Nach dem Studium fühlt man sich klein und mickrig. Dem sollte vorgebeugt werden, indem die gesellschaftliche Akzeptanz von Studienabbrüchen verbessert wird.

Herr M. (Tischler):
Ich war in der Uni immer fremd in einer fremden Stadt und froh, wenn ich zu Hause war. Insofern war ich eher erleichtert, als ich das Studium abgebrochen hatte. Wenn man in der Situation ist, schämt man sich dafür und fühlt sich klein.

Herr B. (Mechatroniker): Den Studienausstieg habe ich nicht als negativ empfunden. Es war für mich eher eine Umorientierung. Es gab jedoch einige, die es besser gefunden hätten, ich hätte mein Studium fortgesetzt.

Herr D. (Mechatroniker):
So ähnlich war es bei mir auch. Als negativ habe ich die Entscheidung nicht empfunden


War der Studienausstieg eine Hürde bei der Bewerbung?

Herr L. (Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik):
Der Studienausstieg war schon ein Thema, aber nicht so groß wie ich gedacht hätte Deutlich wird aber auch, dass die Beratungsangebote noch zu wenig bekannt sind. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, zur Handwerkskammer zu gehen, um mich beraten zu lassen

Herr M. (Tischler):
Nicht wirklich. Ein Praktikum ist immer gut, um sich gegenseitig kennenzulernen. Es braucht keine weiteren Angebote von außen. Jeder sollte in sich gehen und herausfinden, was er wirklich machen will.