Queraufstieg Berlin

Berufliche Handlungskompetenz ausüben

 

Ziel der Ausbildung und des Berufsschulunterrichts ist die Entwicklung von beruflicher Handlungskompetenz. Berufliche Handlungskompetenz ermöglicht die Aufgaben und Herausforderungen des jeweiligen Berufes zu bewältigen.

In der Handreichung der Kultusministerkonferenz [1] ist Handlungskompetenz definiert als „Bereitschaft und Befähigung des Einzelnen, sich in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten."

Dort wird weiter ausgeführt:

"Handlungskompetenz entfaltet sich in den Dimensionen von Fachkompetenz, Selbstkompetenz und Sozialkompetenz.“

Berufliche Handlungskompetenz als Ziel der Ausbildung bedeutet, dass die jungen Fachkräfte nicht nur auf Anweisung hin bestimmt eng umrissene Aufgaben fachgerecht erledigen können. Sie sollen darüber hinaus in der Lage sein, diese Arbeiten weitgehend selbständig und verantwortlich zu bearbeiten. Sie sollen „mitdenken“, fähig sein, einen Auftrag von der Vorbereitung über die Durchführung bis zur Kontrolle und Bewertung des Ergebnisses zu bearbeiten [2].

Die Ausbildungsordnung bildet die Grundlage dafür, das bundesweit in den Betrieben nach einheitlichen Standards ausgebildet wird. Im Ausbildungsberufsbild werden die Mindestanforderungen an die zu vermittelnden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten aufgelistet, die für die Ausübung des Berufes erforderlich sind. Deshalb lernen die Auszubildenden diese Kompetenzen am Modell der vollständigen Handlung und reflektieren die Umsetzung der Lernaufträge mit ausbildenden Fachkräften.

 

Zur vollständigen Handlung gehören die folgenden Schritte:

  1. Informieren: Die Auszubildenden machen sich mit der Aufgabenstellung vertraut, sie informieren sich.
  2. Planen: Die Auszubildenden planen den Ablauf, die Materialbestimmung, den Zeitbedarf zur Erledigung der Aufgabe.
  3. Entschieden: Die erarbeitete Planung wird mit der ausbildenden Fachkraft besprochen, und es wird die Entscheidung über die endgültige weitere Vorgehensweise getroffen.
  4. Durchführen: Die Auszubildenden führen die Aufgabenstellung planmäßig durch. Die Aufgabe der ausbildenden Fachkraft besteht darin, zu beobachten, Hilfestellung zu geben und auf die Einhaltung der Sicherheitsbestimmung zu achten.
  5. Kontrollieren: Das Arbeitsergebnis wird zunächst von den Auszubildenden selbst kontrolliert, ggf. anhand eines Kontrollbogens.
  6. Auswerten: Das Arbeitsergebnis und auch die Arbeitsweise werden nun zum Abschluss mit der ausbildenden Fachkraft besprochen.